Medieninitiative arc

Wir wollen hinhören und das Schweigen brechen

Alle acht Minuten wird ein Mensch in Deutschland Opfer von sexualisierter Gewalt. Weil nur ein Bruchteil der Fälle bei der Polizei angezeigt wird, dürfte die Dunkelziffer sehr hoch sein. Hilfsorganisationen gehen daher von bis zu einer Million Opfer pro Jahr aus. Menschen, die Schlimmes in ihrem Leben erfahren haben, schweigen viel zu oft: aus Scham, aus Angst, aus Ungewissheit, aus falsch verstandener Loyalität. Aber wie sieht es in Freikirchen aus? Genau das wollen wir herausfinden – nicht, um zu verdammen, sondern um den Betroffenen eine Stimme zu geben. Deshalb diese Umfrage:

#dunkhellziffer

Umfrage zu sexualisierter Gewalt

Wir wollen Licht ins Dunkel bringen und herausfinden, wie viele Menschen in christlichen Kreisen von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Insbesondere in Freikirchen bedarf es noch viel Aufklärungsarbeit. Mit dieser Umfrage kannst du einen ersten Schritt leisten – und herausfinden, ob wir hier von mehr als Einzelfällen sprechen. Danke für deinen Mut, Licht ins Dunkel zu bringen!

Wichtig: Bitte mache auch bei der Umfrage mit, wenn du selbst nicht betroffen bist. So wird das Ergebnis aussagekräftiger. Danke! (Und teile diese Umfrage gerne in deinem Netzwerk.)

Die Umfrage dauert ca. 2-5 Minuten.

Achtung: Die Umfrage ist seit dem 1. März 2023 beendet. Vielen Dank für eure Teilnahme!


„Das Kind hat von tausend Waffen, die wir Erwachsenen in Kunst, Wissenschaft, Erfahrung finden, keine einzige. Es hat nichts als sein kleines, unbeschütztes, nacktes Herz, das wir ebenso leicht erheben als zu Boden schlagen können.“

— Franz Horn

Wer wir sind

Wir sind Daniel und Debora Höly, studierte Journalisten (Diplom an der Fachhochschule Darmstadt und Master an der Deutschen Welle Akademie in Bonn). Unser Herz schlägt für Betroffene sexualisierter Gewalt.

Mit der ehrenamtlichen Initiative arc wollen wir auf medialer Ebene einen ersten Beitrag leisten. Immer wieder hören wir von Betroffenen, dass sie lediglich als Einzelfälle abgestempelt wurden. Das wollen wir nun überprüfen.

Und so haben wir uns im November 2022 dazu entschlossen, eine erste Umfrage zu starten, die Licht ins Dunkel bringen soll. Das Ergebnis werden wir 2023 hier auf arc.jetzt veröffentlichen.

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FAQ

Fragen rund um die Umfrage

Ich bin betroffen. An wen kann ich mich wenden?

Wenn du auf der Suche nach qualifizierter Begleitung bist, kannst du dich gerne an Weißes Kreuz e.V. wenden: https://www.weisses-kreuz.de

Darüber hinaus empfehlen wir folgende Hotlines:
» www.hilfeportal-missbrauch.de
» www.hilfetelefon.de
» www.maennerhilfetelefon.de

Bis wann führt ihr diese Umfrage durch?

Wir haben die Umfrage am 23. November 2022 gestartet und am 13. Januar 2023 letztmals bis zum 28. Februar 2023 verlängert. Es wird neben einem größeren Werk noch ein großer Verband gezielt auf die Umfrage aufmerksam machen, wodurch wir uns noch mehr Teilnehmer – und somit ein aussagekräftigeres Bild – erhoffen.

Was erhofft ihr euch von dieser Umfrage?

Mehreres: Das Ziel dieser Umfrage ist Licht ins Dunkel zu bringen, da bislang keine Zahlen darüber existieren, wie viele Menschen in Freikirchen von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Wir hoffen mit der Umfrage herauszufinden, wie viele Menschen betroffen sind und was diese Menschen als erste Hilfsmaßnahme bräuchten.

Wir wollen auch Betroffene – jeder einzelne ist einer zu viel! – damit ermutigen und sagen: Ihr werdet gesehen. Wir schauen nicht (länger) weg. Eure Stimme zählt. Lasst uns sichtbar machen, was wirklich ist – Stichwort Licht ins Dunkel bringen.

Und mit der Auswertung erhoffen wir uns, einen weiteren Stein ins Rollen bringen zu können – von wem auch immer. Also dass das erst der Anfang war und mehr Christen sich in diesem Bereich engagieren. (Sollte sich also herausstellen, dass es nicht nur um Einzelfälle geht, würde dieses Ergebnis weitere Schritte fordern.)

Gleichzeitig ist es uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich hier lediglich um eine Umfrage handelt. Es ist einfach ein erster kleiner Schritt in einem sensiblen und vielschichtigen Komplex, das uns als ganze Gesellschaft und Gemeinden noch viele Jahre lang beschäftigen, begleiten und herausfordern wird. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, endlich mal erste Schritte zu gehen – und sollten sie noch so klein sein. Dies ist solch ein erster Schritt.

Warum fragt ihr nicht auch nach geistlicher oder emotionaler Gewalt?

Uns ist bewusst, dass sexualisierte Gewalt nur eine von mehreren Missbrauchsformen ist. Diese Umfrage soll keine Wertung der unterschiedlichen Missbrauchsformen bedeuten. Nicht selten haben Betroffene auch mehrere Arten von Missbrauch erlebt (z.B. körperliche Gewalt und sexuellen Missbrauch) und das eine lässt sich vom anderen nicht immer sauber trennen. Es war uns wichtig, einen ersten Schritt zu wagen, auch wenn wir nicht alle Missbrauchsformen abdecken können. Diese Umfrage ist ein erster Schritt, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dass es an dieser und anderen Stellen noch viel Arbeit gibt, ist uns bewusst.

Warum ist es so wichtig, dass auch Männer und Nichtbetroffene an der Umfrage teilnehmen?

Unser Ziel ist es als Journalisten, herauszufinden, was ist. Der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen. Sprich: Wir wollen ein möglichst klares Bild bekommen, wie es in Freikirchen wirklich aussieht. Und dafür sind wir natürlich auf eine breite und heterogene Teilnehmerschaft angewiesen, also auch auf Männer und Nichtbetroffene. Nur so bekommen wir eine möglichst geringe Verzerrung und letztendlich ein aussagekräftiges Ergebnis.

Wie wertet ihr diese Umfrage aus?

Uns ist bewusst, dass wir es hier mit einem sehr sensiblen Thema zu tun haben. Daher hat eine größtmögliche Sorgfalt bei der Auswertung für uns die oberste Priorität. Und damit das Ergebnis auch aussagekräftig aufbereitet und veröffentlicht werden kann, ist die Auswertung der Umfrage von zentraler Bedeutung. Hier können wir auf folgende Expertise zurückgreifen:

  1. Mit Aaron Frölich unterstützt uns eine Person, die einen M.Sc. in Angewandter Statistik hat. Er hat jahrelang bei der Volkswagenbank als Daten Analyst statistische Auswertungen im Risikomanagement durchgeführt. Auch außerhalb der Arbeit hat er sich immer wieder mit statistischen Auswertungen beschäftigt.
  2. Zudem haben wir mit Richard L. eine Person an Bord, die im Bereich Data Analytics promoviert. Er wird die Umfrage unabhängig von Aaron Fröhlich auswerten – um dann im nächsten Schritt die Ergebnisse zunächst intern in einem Peer Review mit Aaron Fröhlich abzugleichen.
  3. Auch die Mitinitiatorin Debora Höly hat eine Expertise genau in diesem Gebiet: In ihrer Masterarbeit an der Deutsche Welle Akademie hat sie in einer Inhaltsanalyse das Framing der Prostitutionsberichterstattung in deutschen Printmedien zwischen 1998 und 2012 untersucht und wissenschaftlich – u.a. mit SPSS – ausgewertet. Ihre Masterarbeit wurde beim Wissenschaftsverlag Tectum veröffentlicht.

Bevor wir die Ergebnisse schlussendlich veröffentlichen, werden wir sie noch mit den Unterstützern der Umfrage besprechen, um diese auch möglichst sorg- und behutsam zu kommunizieren.

Wer finanziert eure Medieninitiative?

Die Medieninitiative arc und die Umfrage zur sexualisierten Gewalt in Freikirchen ist eine Initiative der beiden Journalisten Daniel und Debora Höly. Wir, Daniel und Debora, machen das komplett ehrenamtlich und ohne jegliche Bezahlung oder finanzielle Unterstützung. Uns ist auch keine Initiative bekannt, die unser Anliegen finanziell fördern würde – aber das hält uns nicht davon ab, diese Initiative zu starten. Unser Motto: „All you need is 5 Brote und 2 Fische.“

Inzwischen hat diese Umfrage viel Zeit in Anspruch genommen: zunächst das Erarbeiten der Umfrage in Zusammenarbeit mit Betroffenen, Psychotherapeuten, Psychologen, Theologen und Pastoren. Dann das technische Aufsetzen der Webseite und Umfrage. Dann etliche Telefonate mit Verbänden, Organisationen und Gemeindeleitern, zahlreiche E-Mails mit Betroffenen und möglichen Unterstützern, noch viel mehr Messenger-(Sprach)Nachrichten mit Freunden, Bekannten und Multiplikatoren. Dazu die Aufnahme von zwei Videos, das Verfassen von Texten wie diesen und vieles mehr.

Uns ist bewusst, dass vor allem auch die Auswertung sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Darauf gehen wir in einer gesonderten Frage näher ein.

Landeskirchliche Gemeinschaft

Am 13. Januar 2023 um 13.47 Uhr haben wir bei der Frage nach der Kirchenzugehörigkeit die Auswahlmöglichkeit „Ev. Landeskirche“ in „Ev. Landeskirche/Landeskirchl. Gemeinschaft“ abgeändert. Unser Ziel war es, dieses Auswahlfeld entsprechend zu präzisieren. Bis dahin gab es nur sehr wenige Personen, die „Ev. Landeskirche“ ausgewählt hatten. Wir werden dies bei der Auswertung entsprechend berücksichtigen.

Am 7. Februar 2023 um 14:16 Uhr hat Frank Spatz, Generalsekretär des Gnadauer Verbandes, per E-Mail Werke, Ausbildungsstätten, Verbände, Arbeitskreise und Gemeinden darum gebeten, ebenfalls an der Umfrage teilzunehmen und bei der Angabe des Gemeindehintergrunds „Ev. Landeskirche/Landeskirchl. Gemeinschaft“ auszuwählen. Auch dies werden wir bei der Auswertung entsprechend berücksichtigen.

Unterstützer

Folgende Personen unterstützen diese Umfrage:

Nelli Kronwald
Psychologiestudentin und Fürsprecherin von Frauen
Alexander O.
O’Bros
Dr. med. Angelika Eibach-Bialas
Kinderpsychiaterin, Psychosomatikerin, Psychotherapeutin
Christian Rommert
Autor des Buches „Trügerische Sicherheit“ und Mitinitiator der Kampagne „Sichere Gemeinde“
Barbara Benz
Systemischer Coach & Berater, Autorin
Christopher Schacht
Autor
Zoë Bee
Seelsorgerin, Autorin
Pastor Hans-Günter Simon (BEFG)
Supervisor und Ausbilder EASC
Nelli Bangert
Autorin, Sprecherin
Aaron Frölich
Co-Gründer House of Hope
Inka Hammond
Autorin, Sprecherin
Daniel Wolf
Pastor in der Kirche für Oberberg und Leiter des K5 Leitertrainings
Benjamin Thull
Forum Wiedenest e.V., Leiter Referat Kids & Teens
Sebastian Kunz
Forum Wiedenest e.V., Leiter Referat Teens & Jugend
Marina Hoffmann
Kongressveranstalterin und Elterncoach
Bischof Prof. Dr. Dr. Thomas Paul Schirrmacher
Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz

„Diese Umfrage ist sehr wichtig – genauso wie auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Sexueller Missbrauch ist einfach nicht hinnehmbar – schon gar nicht in Kirchen. Licht ins Dunkel zu bringen, ist eine Frage des Evangeliums, und keine politische.“

— Alexander O., O’Bros

Uns ist es wichtig, behutsam und sorgfältig an dieses sensible Thema heranzutreten. Daher sind wir dankbar für die Unterstützung in Rat und Tat der oben aufgelisteten Personen.

Du möchtest uns ebenfalls mit deiner Expertise unterstützen? Dann melde dich bei uns:

Mediakit

Folgende Grafiken könnt ihr gerne verwenden, um auf die Umfrage #dunkhellziffer aufmerksam zu machen. Download einfach per Rechtsklick → Ziel speichern unter.

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FullHD

Square

9:16 (Stories etc.)


Podcast voll meta!

Die Flutkatastrophe am 14. Juli 2021 sollte unseren Kurs unerwarteter Weise verändern. Wir selbst kommen aus einem betroffenen Gebiet und haben wenige Wochen nach dem Schlammschippen mit der ehrenamtlichen Medienarbeit begonnen – siehe flutlichter.de.

Und auch bei voll meta! haben wir Podcast-Episoden zur Flutkatastrophe aufgenommen. Unter anderem mit Traumatherapeutin Michaela Huber. Uns war damals schon klar, dass das Thema Trauma ein noch viel größeres ist als wir aktuell denken – und nur die Spitze des Eisbergs sichtbar ist. Im Podcast voll meta! werden wir deshalb in Zukunft auch vermehrt darüber sprechen.

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„Wer schweigt, fördert, was im Gange ist.“

— Ulrich Parzany